Bestellung als Steuerberaterin/Steuerberater.

Der Beruf des Steuerberaters darf erst ausgeübt werden, wenn die Bestellung durch die örtlich zuständige Steuerberaterkammer erfolgt ist. Die Zuständigkeit richtet sich dabei gemäß § 40 Abs. 1 S. 2 StBerG nach dem Ort der beruflichen Niederlassung des Bewerbers. Die Steuerberaterkammer Berlin ist demnach zuständig für Anträge von Bewerbern, die ihre berufliche Niederlassung im Land Berlin begründen wollen.

Voraussetzung für die Bestellung bzw. Wiederbestellung als Steuerberater/Steuerberaterin ist gemäß § 40 StBerG insbesondere das Bestehen der Steuerberaterprüfung bzw. die Befreiung von der Prüfung sowie die persönliche Eignung des Bewerbers und der Nachweis über das Bestehen einer Berufshaftpflichtversicherung.

Für die Stellung Ihres Antrages auf Bestellung bzw. Wiederbestellung als Steuerberaterin/Steuerberater verwenden Sie bitte das amtlich vorgeschriebene Formular. Sollten Sie eine Tätigkeit als sogenannter Syndikus-Steuerberater im Sinne des § 58 Nr. 5a StBerG ausüben wollen, reichen Sie bitte auch die Erklärung zur Tätigkeit als Syndikus-Steuerberater, die erforderliche Bestätigung Ihres Arbeitgebers sowie eine Kopie Ihres Anstellungsvertrages ein. Bitte beachten Sie auch unser Merkblatt für gewerbliche Arbeitgeber, die einen Steuerberater beschäftigen wollen.

Zusammen mit dem Bestellungsantrag übersenden Sie uns bitte bei einer erstmaligen Bestellung auch die zur Vorlage bei der Steuerberaterkammer bestimmte Bescheinigung über das Bestehen der Steuerberaterprüfung bzw. die Bescheinigung der Finanzverwaltung oder Steuerberaterkammer über die Befreiung von der Steuerberaterprüfung.

Rechtsanwälte, niedergelassene europäische Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer oder vereidigte Buchprüfer benötigen außerdem noch eine Bescheinigung ihrer Berufsorganisation oder sonstigen zuständigen Stelle darüber, dass keine Tatsachen bekannt sind, die die Rücknahme oder den Widerruf der Zulassung oder Bestellung oder die Einleitung eines berufs- oder ehrengerichtlichen Verfahrens rechtfertigen.

Bei einer geplanten selbstständigen Berufsausübung ist außerdem die Bestätigung eines im Inland zum Geschäftsbetrieb befugten Versicherungsunternehmens über das Bestehen einer Berufshaftpflichtversicherung einzureichen. Hier genügt eine vorläufige Deckungszusage. Die Berufshaftpflichtversicherung muss den §§ 67 StBerG, 51 ff. DVStB genügen.

Bewerber, die ihren Beruf ausschließlich im Angestelltenverhältnis oder als freier Mitarbeiter bei Personen im Sinne des § 3 StBerG, also bei Steuerberatern, Steuerbevollmächtigten, Rechtsanwälten, niedergelassenen europäischen Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern, vereidigten Buchprüfern, Steuerberatungsgesellschaften, Rechtsanwaltsgesellschaften, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Buchprüfungsgesellschaften sowie Partnerschaftsgesellschaften, deren Partner zu den vorgenannten Berufsgruppen gehören, ausüben wollen, genügen der Pflicht zur Unterhaltung einer Berufshaftpflichtversicherung, wenn sie in die Berufshaftpflichtversicherung ihres Arbeit- bzw. Auftraggebers einbezogen sind und keine eigenen Mandanten betreuen. Die Einbeziehung in die Berufshaftpflichtversicherung muss gemäß § 51 Abs. 2, 3 DVStB durch eine Bestätigung des Berufshaftpflichtversicherers nachgewiesen werden.

Bei Rechtsanwälten, niedergelassenen europäischen Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern oder vereidigten Buchprüfern, die sich als Steuerberater bestellen lassen wollen, wird gemäß § 54 Abs. 1 DVStB eine bereits bestehende Berufshaftpflichtversicherung anerkannt, wenn diese die Voraussetzungen der §§ 52 bis 53a DVStB erfüllt, insbesondere die Steuerberaterkammer Berlin auch über Änderungen im Versicherungsverhältnis informiert wird.

Für die Bearbeitung eines Antrags auf Bestellung bzw. Wiederbestellung als Steuerberaterin/Steuerberater wird gemäß § 2 Nr. 2.1 der Gebührenordnung der Steuerberaterkammer Berlin eine Gebühr in Höhe von 150,00 EUR erhoben.

Diese Gebühr ist gemäß § 4 S. 2 der Gebührenordnung der Steuerberaterkammer Berlin mit Stellung des Antrags fällig.

Bitte beantragen Sie auch beim für Ihren Wohnort zuständigen Bürgeramt ein Führungszeugnis zur Vorlage bei einer Behörde gemäß § 30 Abs. 5 BZRG (Belegart „O“). Dieses wird dann vom Bundesamt für Justiz direkt an die Steuerberaterkammer Berlin gesandt. Für die Bearbeitung Ihres Antrags auf Erteilung eines Führungszeugnisses werden vom Bürgeramt Gebühren erhoben.

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Formulare für den Antrag auf Verleihung einer Fachberaterbezeichnung und die Anerkennung einer Gesellschaft als Steuerberatungsgesellschaft können Sie im Mitgliederbereich finden.

Steuerberatung 2020 - Veränderungsnotwendigkeit, Veränderungsmöglichkeiten und Handlungsfelder

Die Bundessteuerberaterkammer hat die Broschüre „Steuerberatung 2020 - Veränderungsnotwendigkeit, Veränderungsmöglichkeiten und Handlungsfelder“ veröffentlicht. Sie wurde vom Ausschuss „Zukunftsentwicklung des Berufs“ in Zusammenarbeit mit mehr als 60 Vertretern aller Steuerberaterkammern erstellt.

Wesentliche Inhalte sind die strategische Ausrichtung der Kanzleien, die Gewinnung von Personal, modernes Kanzleimanagement, Marketing und Akquise sowie die zunehmende Digitalisierung von Geschäftsprozessen. Weiterhin wollen die BStBK und die Steuerberaterkammern ihre Mitglieder bei der Identifikation und Gewinnung von Beratungsfeldern unterstützen, die sich mit Berufsethos und -recht vereinbaren lassen.

Die BStBK präsentiert mit der Broschüre einen „Meilenstein“ im Projekt „Steuerberatung 2020“. Es wird deutlich, dass es die Aufgabe jedes Kanzleiinhabers selbst ist, für die Zukunftsfähigkeit der eigenen Kanzlei zu sorgen. Die Steuerberaterkammern und die Bundessteuerberaterkammer werden sich für eine Optimierung der Rahmenbedingungen einsetzen und Unterstützung anbieten. Zur zeitnahen Umsetzung der Erkenntnisse in den Kanzleien wurde ein Präsidialarbeitskreis eingerichtet, der konkrete Maßnahmen erarbeitet.