Die Geschichte der Steuerberaterkammer Berlin.

Gründung und Präsidentschaft

Die Steuerberaterkammer Berlin in ihrer heutigen Form besteht seit dem 1. Januar 1975. Bis zu diesem Datum hatte es zwei getrennte Kammern gegeben: Die Steuerberaterkammer Berlin und die Kammer der Steuerbevollmächtigten von Berlin. Durch eine Änderung des Steuerberatungsgesetztes im August 1972 hatte der Gesetzgeber dieses jahrzehntelange Nebeneinander der Steuerberater und Steuerbevollmächtigten beendet und den einheitlichen Beruf des Steuerberaters geschaffen.

Erster Präsident der neuen Steuerberaterkammer Berlin war Steuerberater Werner F. Holzmann. Seine Amtszeit dauerte bis zum 21. Februar 1979. Nachfolger bis zum November 2002 war Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Volker Fasolt, der von 1999 bis 2003 auch Präsident der Bundessteuerberaterkammer war. Seit November 2002 ist Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwalt Roland Kleemann Präsident der Steuerberaterkammer Berlin.

Die Steuerberaterkammer zur Zeit der politischen Wende

Bereits wenige Tage nach dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 wandten sich Bürger der DDR, die auf dem Gebiet des Steuerrechts tätig waren bzw. werden wollten, an die Steuerberaterkammer Berlin, um sich über die Voraussetzungen und Möglichkeiten der Berufsausübung zu informieren. Alle Anfragen wurden im persönlichen Gespräch oder schriftlich beantwortet. Mit Hilfe der Steuerberater in Berlin wurden auch Sachspenden bereitgestellt und Seminare über das Steuer- und Wirtschaftsrecht der Bundesrepublik Deutschland für Kolleginnen und Kollegen aus der ehemaligen DDR durchgeführt. Hieran beteiligten sich auch die Steuerberaterkammern Düsseldorf, Westfalen-Lippe und Saarland.

Durch das Ministerium der Finanzen der DDR wurden der Steuerberaterkammer Berlin mit Zustimmung der Senatsverwaltung für Finanzen die Aufgaben nach der Verordnung über die Hilfeleistung in Steuersachen der DDR vom 27. Juni 1990 bis zum Inkrafttreten des Steuerberatungsgesetzes im Ostteil Berlins übertragen, so dass im gesamten Berlin eine einheitliche Anwendung des Berufsrechts der Steuerberater gewährleistet wurde.

Unterstützung beim Aufbau der Steuerberaterkammer Brandenburg

Die Steuerberaterkammer Berlin half auch beim Aufbau der im September 1990 gegründeten Steuerberaterkammer Brandenburg. Auszubildende aus Brandenburg wurden an der Berufsschule in Berlin unterrichtet, da in Brandenburg zunächst keine Möglichkeit bestand, den Berufsschulunterricht durchzuführen. Durch den ehrenamtlichen Einsatz Berliner Berufsschullehrer konnte bereits Ende 1991 der Berufsschulunterricht auch in Brandenburg durchgeführt werden. Den Kollegen in Brandenburg gelang es schnell, innerhalb der veränderten Verhältnisse eine Selbstverwaltungseinrichtung zu schaffen. Noch heute arbeiten beide Steuerberaterkammern vertrauensvoll zusammen. Seit 2007 wird zum Beispiel zusammen mit dem Steuerberaterverband Berlin-Brandenburg e.V. und dem Berlin-Brandenburger Verband der Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und vereidigten Buchprüfer e.V. eine gemeinsame Imagekampagne durchgeführt.

Neue Zuständigkeiten

Eine Stärkung der Selbstverwaltung erfuhr die Kammerarbeit durch das Gesetz zur Änderung von Vorschriften über die Tätigkeit der Steuerberater, das am 1. Juli 2000 in Kraft trat. Mit diesem Gesetz wurde den Steuerberaterkammern die Zuständigkeit für die Bestellung von Steuerberatern bzw. der Anerkennung von Steuerberatungsgesellschaften und für den Widerruf der Bestellung und Anerkennung übertragen. Zuvor hatten diese Zuständigkeiten bei den Oberfinanzdirektionen in den einzelnen Bundesländern gelegen. Und ab dem 1. Januar 2009 obliegt den Steuerberaterkammern auch die Organisation der Steuerberaterprüfung einschließlich der Bearbeitung der Anträge auf Zulassung zur Prüfung.