Der Ausbildungsgang zur/zum Steuerfachangestellten.

Der Inhalt der Ausbildung richtet sich nach der Verordnung über die Berufsausbildung zum Steuerfachangestellten/zur Steuerfachangestellten sowie dem Rahmenlehrplan. Die Ausbildung dauert drei Jahre, kann aber gemäß § 8 BBiG auch verkürzt werden. Eine Verkürzung kommt insbesondere in Betracht, wenn der Auszubildende über die allgemeine Hochschulreife verfügt oder bereits eine andere kaufmännische Ausbildung absolviert hat. Die Ausbildung ist in einen praktischen und einen berufsschulischen Bereich aufgeteilt. Die praktisch Ausbildung erfolgt in einer Steuerberaterkanzlei, die berufsschulische am Oberstufenzentrum Logistik, Touristik, Immobilien, Steuern. Die Berufsschule wird an zwei Tagen in der Woche besucht. Während der Ferienzeit ist der Auszubildende an fünf Tagen in der Woche in der Steuerberaterkanzlei.

Ausbildungsvergütung

Der Vorstand der Steuerberaterkammer Berlin hat folgende Ausbildungsvergütungsempfehlungen zum
01. Januar 2016 beschlossen:

für das 1. Ausbildungsjahr    EUR    700,--   
für das 2. Ausbildungsjahr    EUR    800,--   
für das 3. Ausbildungsjahr    EUR    950,--.   

Praktische Ausbildung

Im Rahmen der praktischen Ausbildung in der Steuerberaterkanzlei werden die Auszubildenden an die Tätigkeiten eines Steuerfachangestellten herangeführt und die für die Berufsausübung erforderlichen Kenntnisse vermittelt. Der Auszubildende soll erlernen, steuerliche Sachverhalte im wirtschaftlichen Zusammenhang zu erfassen und die ihm übertragenen Aufgaben selbstständig im Team zu erfüllen.

Berufsschulische Ausbildung

In der Berufsschule werden die Lerngebiete Allgemeine Wirtschaftslehre, Steuerlehre und Rechnungswesen unterrichtet.

Allgemeine Wirtschaftslehre vermittelt das wirtschaftliche und rechtliche Grundwissen, das die Auszubildenden zur Berufsausübung benötigen. Wichtig ist hier natürlich vor allem auch die praktische Anwendung dieses Wissens. Es werden die Grundzüge der Wirtschaftsordnung und Wirtschaftspolitik sowie des Schuld-, Sachen-, Arbeits-, Handels- und Gesellschaftsrechts behandelt. Außerdem werden grundlegende wirtschaftliche Einsichten berufsübergreifend und unter Berücksichtigung der vielfältigen Systemverflechtungen zwischen Märkten, Gesamtwirtschaft und Gesellschaft vermittelt.

In der Steuerlehre erwerben die Auszubildenden Kenntnisse insbesondere aus den Bereichen Umsatzsteuer, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und der Abgabenordnung. Sie sollen damit in die Lage versetzt werden, Steuererklärungen vorzubereiten.

Das Rechnungswesen ist ein Teilgebiet der Betriebswirtschaftslehre und dient der Erfassung und Überwachung der im Unternehmen entstehenden Einnahmen, Ausgaben und Warenbewegungen. So ist der Unternehmer in der Lage, den betriebswirtschaftlichen Erfolg seines Unternehmens zu überwachen und gegenüber Dritten, zum Beispiel dem Finanzamt und Banken, darzustellen. Hierzu werden die Buchführung und der Jahresabschluss bzw. die Bilanz erstellt.

Zwischenprüfung

Die Zwischenprüfung ist eine schriftliche Prüfung. Sie findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und dauert höchstens 180 Minuten. Sie wird in den Prüfungsfächern Steuerwesen, Rechnungswesen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde mit den Lerninhalten der ersten zwei Ausbildungsjahre durchgeführt. Einzelheiten regelt § 7 Abs. 2 der Verordnung über die Berufsausbildung zum/zur Steuerfachangestellten. Die Teilnahme an der Zwischenprüfung ist Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung.

Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung findet nach der Hälfte des letzten Ausbildungsjahres statt und umfasst drei schriftliche Prüfungen und eine mündliche Prüfung. Schriftlich werden die Lerngebiete Steuerwesen, Rechnungswesen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft.

Im Prüfungsfach Steuerwesen soll der Kandidat durch die Lösung praxisorientierter Fälle zeigen, dass er Fertigkeiten und Kenntnisse wirtschafts- und steuerrechtlicher Zusammenhänge besitzt. Prüfungsgegenstand sind insbesondere Steuern auf Einkommen, Ertrag und Umsatz sowie das Besteuerungsverfahren. Die Prüfung dauert 150 Minuten.

Die Prüfung im Prüfungsfach Rechnungswesen dauert 120 Minuten. Hier soll der Kandidat Aufgaben aus den Bereichen Buchführung und Jahresabschluss bearbeiten.

Gegenstand der Prüfung in der Wirtschafts- und Sozialkunde, die 90 Minuten dauert, sind die wirtschaftlichen, rechtlichen und gesellschaftlichen Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt. Prüfungsthemen sind insbesondere das Arbeits-, Schuld-, Sachen-, Handels- und Gesellschaftsrecht.

Im vierten Prüfungsfach Mandantenorientierte Sachbearbeitung soll der Kandidat zeigen, dass er berufspraktische Vorgänge und Problemstellungen aufbereiten und darstellen kann. Das Prüfungsgespräch dauert ungefähr 30 Minuten. Für das Prüfungsgespräch kommen das allgemeine Steuer- und Wirtschaftsrecht, das Einzelsteuerrecht, Buchführungs- und Bilanzierungsgrundsätze und die Rechnungslegung in Betracht.