Mandatsverhältnis.

Bei der Wahl eines Steuerberaters für die Erledigung Ihrer Steuerangelegenheiten können Sie auf unseren Steuerberatersuchdienst zurückgreifen. Hier haben Sie die Möglichkeit, verschiedenste Spezialgebiete und Tätigkeitsschwerpunkte anzugeben, um einen Steuerberater zu finden, der Ihren persönlichen Anforderungen entspricht.

Vor der Beauftragung eines Steuerberaters mit Ihren Steuerangelegenheiten steht in der Regel ein erstes Gespräch. In diesem haben Sie die Möglichkeit, sich einen persönlichen Eindruck vom Steuerberater und der Kanzlei zu machen, den Umfang Ihres Auftrags und die voraussichtliche Höhe der anfallenden Gebühren des Steuerberaters zu besprechen. Beachten Sie bitte, dass auch ein erstes Gespräch eine Tätigkeit des Steuerberaters sein kann, wenn bereits steuerlich relevante Informationen durch den Steuerberater entgegengenommen werden, um eine erste steuerliche Einschätzung zu machen. Dann liegt eine Erstberatung im Sinne des § 21 Abs. 1 StBGebV vor, für die der Steuerberater eine Gebühr in Höhe von einem Zehntel bis zehn Zehntel nach Tabelle A berechnen kann. Bei einer Erstberatung ist die Gebühr jedoch auf höchstens 190,00 EUR beschränkt.

Die Beauftragung des Steuerberaters mit Ihren steuerlichen Angelegenheiten kann mündlich oder schriftlich erfolgen. Für die Vertretung gegenüber dem Finanzamt oder dem Finanzgericht muss der Steuerberater jedoch schriftlich bevollmächtigt werden. Dem Steuerberater kann auch eine Zustellungsvollmacht erteilt werden. Schreiben und Bescheide des Finanzamtes können dann direkt an den Steuerberater gesandt werden und es werden Verzögerungen in Bezug auf die Einhaltung von Fristen vermieden, deren Nichtbeachtung zu Nachteilen bei der Wahrung Ihrer Rechte führen kann. Es ist jedoch empfehlenswert, auch einen schriftlichen Steuerberatungsvertrag zu schließen. In diesem kann dann genau der konkrete Auftragsumfang festgehalten werden. Außerdem können Fristen für die ordentliche Kündigung des Vertrags oder die Höhe des Haftungsbetrags des Steuerberaters vereinbart werden. Durch allgemeine Geschäftsbedingungen kann die Haftung des Steuerberaters gemäß § 67a StBerG nur auf eine Haftungssumme in Höhe von einer Million Euro beschränkt werden. Es können auch gesonderte Pauschal- und Vergütungsvereinbarungen getroffen werden.

Der mit einem Steuerberater geschlossene Vertrag ist in der Regel ein Dienstvertrag, wenn Gegenstand die allgemeine steuerliche Beratung und Vertretung ist (BGH, Urteil vom 11. Mai 2006 - IX ZR 63/05). Die Aufgaben des Steuerberaters im Einzelfall ergeben sich aus Inhalt und Umfang des ihm erteilten Auftrags. Innerhalb dieser Grenzen hat er den Auftraggeber umfassend zu beraten.

Die für die Bearbeitung Ihres Mandats erforderlichen Unterlagen sollten zeitnah und vollständig an den Steuerberater übergeben werden, damit eine zügige Bearbeitung gewährleistet werden kann und gesetzliche Fristen eingehalten werden können. Steuererklärungen müssen zum Beispiel von Steuerpflichtigen, die von einem Steuerberater vertreten werden, bis spätestens zum 31. Dezember des Folgejahres für den vorangegangenen Veranlagungszeitraum beim Finanzamt abgegeben werden. Kommt der Steuerpflichtige dieser Pflicht nicht nach, so kann das Finanzamt Verspätungszuschläge festsetzen. Gegen Vertreter einer Gesellschaft, die der Pflicht zur Offenlegung von Jahresabschlüssen gemäß § 325 HGB nicht innerhalb von zwölf Monaten nach Ende des Geschäftsjahres nachkommen, kann gemäß § 335 HGB ein Ordnungsgeld in Höhe von 2.500,00 bis 50.000,00 EUR verhängt werden.

Während der Bearbeitung Ihres Auftrags wird der Steuerberater zusammen mit Ihnen offene Fragen klären und auf steuerrechtliche Gestaltungsmöglichkeiten und einschlägige Gesetzesänderungen hinweisen. Während der Bearbeitung Ihres Auftrags werden Sie vom Steuerberater auch über den von ihm mit Dritten, zum Beispiel dem Finanzamt, geführten Schriftwechsel informiert. Die Arbeitsergebnisse des Steuerberaters werden mit Ihnen abschließend besprochen.

Nach Erledigung Ihres Auftrags kann der Steuerberater die erbrachten Leistungen abrechnen und Sie erhalten die Arbeitsergebnisse, soweit diese, wie zum Beispiel

Steuererklärungen, noch nicht beim Finanzamt eingereicht wurden, und Ihre dem Steuerberater zur Erledigung des Auftrags übergebenen Unterlagen zurück.

Der Steuerberatungsvertrag kann beiderseits gekündigt werden. Neben einer ordentlichen Kündigung kann auch eine außerordentliche in Betracht kommen, wenn eine weitere Vertragsdurchführung nicht zumutbar ist. Gemäß § 628 BGB kann der Steuerberater in der Regel jedoch Gebühren für die bisher erbrachten Leistungen verlangen. Bei der Beauftragung eines neuen Steuerberaters fallen daher möglicherweise Kosten mehrfach an.